Rund um den Hafen

Der Hafen besteht nicht nur aus Schiffen sondern auch aus viel Drumherum: Nicht nur die Anlagen des Hafens gehören dazu, sondern auch die anliegenden Gebäude, kleine Gassen und alte Kaufmannshöfe.


Bohlwerk Museumshafen

Mit dem Bau des hölzernen Bohlwerks begann die Arbeit am Museumshafen. Die alte hölzerne Kaikante war um 1980 stark baufällig geworden. Sie wurde entfernt und das Ufer mit einer Steinpackung gesichert und ein auf Pfählen ruhender Laufsteg gebaut. Heute wird hier die Sammlung SEGELNDE BERUFSFAHRZEUGE präsentiert.

Auf dem Bohlwerk finden wir neben Ausstellungsstücken wie Schrauben, Ankern und einem alten Rumfass auch den Historische „Krahn“ und die Wachhütte des Museumshafens, aus der heute der Hafenmeister Fischbrötchen verkauft. Festmachen dürfen hier nur Traditionsschiffe und Schiffe aus anderen Museumshäfen.

„Krahn“ von 1726

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Am Nordende des Bohlwerks ragt der „Krahn von 1726“ in den Flensburger Himmel. 1725 übergaben die Älterleute des Flensburger Schiffer-Gelags eine Bittschrift an den Magistrat der Stadt Flensburg über die Anlegung eines Krans, dessen Einnahmen dem Waisenhaus in der Norderstraße zugute kommen sollten, im folgenden Jahr wurde er errichtet. Er prägte bis 1889 das Flensburger Stadtbild. Mit seiner Hilfe wurden den auf den Flensburger Werften erbauten Schiffen die Masten eingesetzt. Mehrfach erneuert, findet er sich in vielen Varianten auf den historischen Stadtansichten wieder. Die letzten beiden Erneuerungen erfuhr er 1991 und 2016.

Jollensammlung/Lüttfischer

 

Der Lüttfischerhafen (Lütt = Plattdeutsch für klein) ist die „Jollensammlung“ des Vereins Museumshafen. An dieser Stelle lag um die vorletzte Jahrhundertwende ein kleiner Fischereihafen. Heute werden hier kleine Arbeitsboote präsentiert, es sind meist geklinkerte, spitzgattige Boote, wie sie früher in der Fischerei benutzt wurden. Typische Besegelung war das Spritrigg (lange das quadratische Segel spannende Stange) mit Smakkesegel (Smakke = quadratisches Segel). Neben den vereinseigenen Booten ABBI (Øresund Snekkerstenjolle) und ARVED (norwegische Sjekte) liegt im Lüttfischerhafen auch die 1927 gebaute Buttjolle MINNA RÖDER, mit der Jugendarbeit der Waldorfschule durchgeführt wird. Die Dreidächerhütte dient als Werkstatt und Lagergebäude für die Jollen.

Gästehafen

 

 

Die Kaianlage zwischen Museumshafen und der Dampferbrücke ist als Gastseglerkai freigehalten. Dort, an der Stelle, an der in Flensburg früher Großsegler festgemacht haben um ihre Ladung zu löschen, können heute alle Schiffe festmachen, die Flensburg besuchen. Marineschiffe, kleine Kreuzfahrtschiffe, Yachten und Traditionsschiffe – alle sind gern gesehene Gäste…besonders aber natürlich alle alten Segler. Während der maritimen Großveranstaltungen im Hafen ist die Kaikante voll belegt,  teilweise liegen dann die Schiffe sogar in Päckchen zusammen.

Zu- und Abwasseranlagen sind am Kai vorhanden, über die Laternenpfähle können die Schiffe mit Strom versorgt werden.

Dampferbrücke

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An der Dampferbrücke liegen neben dem Salondampfer ALEXANDRA das Motorgüterschiff GESINE und der Schlepper FLENSBURG. Bei Hafenfesten wird die Brückenanlage gerne für Feiern freigegeben und auch das Anlegen ist dort, nach Absprache, für andere Schiffe möglich.

Steganlage Klassische Yachten

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Vom kleinen Jollenkreuzer bis zum ältesten Rennkutter der Welt, Willow Wren mit 30 m Länge, präsentiert der Verein die Geschichte des „Lustsegelns“.  Am KYF-Schwimmsteg dürfen nur klassische Yachten festmachen.

Die „Küste“

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Die „Küste“, also das, was sich in den Häusern an der Schiffbrücke abspielt hatte, schon immer eng mit der Seefahrt zu tun. Das Zolllager (heutiges Schifffahrtsmuseum) steht dort, es gab eine Werft (heutiges Büro Historischer Hafen), Reedereien hatten hier ihre Stammhäuser (Reedereivilla Schmidt und Bruhns), das Kompagnietor von 1602 steht hier, die Weiterverarbeitung von angelieferten Waren wurde über die angrenzenden Kaufmannshöfe abgewickelt; es gab und gibt natürlich Kneipen und Gaststätten und auch für das horizontale Gewerbe gab es einen Ort (Oluf-Samson Gang). Die Namen der Straßen in der Nähe (Schiffbrücke, Segelmacherstraße, Norderfischerstraße…) verraten, wo wir uns befinden.

Historische Kaufmannshöfe

 

Kein Handel ohne Kaufleute. Die lang gestreckten Kaufmannshöfe wurden zweckmäßig mit Anbindung zur Förde angelegt. In den Speichern lagerten die Waren, die aus Übersee hier ankamen oder von hier aus nach Skandinavien verschifft wurden. In den Unterkünften wohnte das Gesinde gleich neben dem Vieh. In den Höfen wurden die Waren weiterverarbeitet und zum weiteren Versand zusammengestellt. Im Vorderhaus zur Norderstraße hatten die Kaufmannsleute ihre repräsentativen Wohnungen und Kontore. Heute haben sich Geschäfte, Werkstätten und Restaurants in den alten Kaufmannshöfen niedergelassen. Die alte Nutzung lässt sich so nur noch erahnen, wie z.B. in der Norderstraße 86, im Westindienspeicher in der Großen Straße oder in der Holm–Passage.

Kapitänsweg

Der Flensburger Kapitänsweg ist ein maritimer Rundgang durch Flensburg, der Sie nicht nur zu den bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt wie dem Kompagnietor, der St. Marien Kirche oder dem Hafen führt, sondern auch in Ecken und Winkel, die selbst mancher Flensburger nicht kennt

Auf dem Flensburger Kapitänsweg folgen Sie einem Flensburger Kapitän aus der Zeit der Segelschifffahrt auf einem Rundgang, wie er ihn im 19. Jahrhundert hier in Flensburg zu erledigen hatte. Die Figur des „Kapitän Petersen“ und die gesamte Handlung sind frei erfunden, aber alles hätte sich so zutragen können. Mit Hilfe der Quellen des Schifffahrtsmuseums, des Stadtarchivs sowie der Kenntnisse alter Kapitäne und Fahrensleute haben wir versucht, ein Stück des Hafentreibens vor 100 Jahren wieder lebendig zu machen.

Viele historische Fakten und Kleinigkeiten aus dem Flensburger Alltagsleben, aus der Hafengeschichte und dem Seemannsleben sind Teil dieser besonderen Kapitäns-Geschichte geworden. Sie gibt einen kleinen Einblick in die Probleme der Seefahrt und die vermeintlich „gute alte Zeit“ und zeigt die sich anbahnenden Veränderungen durch die Eisenbahn und die Industrialisierung, den Beginn der Dampfschifffahrt und des Tourismus, und sie beleuchtet zugleich das Ende der großen Zeit der Segelschifffahrt.

Der Start des Kapitänsweges ist am Schifffahrtsmuseum. Hier erhalten Sie auch das Begleitheft mit dem Wegeplan und der Kapitänsgeschichte, sowie Buttons, Bastelbögen und vieles andere mehr.

 

Dampferpavillon

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In ihrer Glanzzeit vor dem 1. Weltkrieg prägte die Flotte der Fördedampfer mit ihrem regen Personen- und Frachtverkehr den Flensburger Hafen. Die sommerlichen Ausflugsfahrten entwickelten sich zum allgemeinen Freizeitvergnügen. Während man andernorts mit der Kleinbahn „raus ins Grüne“ fuhr, nahm man in Flensburg das Schiff.

Für Fahrkartenverkauf, Abfertigung und Aufenthalt gab es immer ein Gebäude direkt an der Schiffbrücke. Bis zum 1. Weltkrieg stand dort ein, dem Bahnhof in Wladiwostok nachempfundener Dampfschiff–Pavillon von dem aus die Dampfer ablegten, später dann ein modernes Terminal für die Butterschiffe.

Der jetzige kleine gelbe Dampferpavillon wurde 2005 mit Landesfördermitteln gebaut und dient dem Salondampfer ALEXANDRA als Lagerraum und für den Fahrkartenverkauf.

Waschhaus/Lagerschuppen

Das kleine Waschhaus mit dem Pyramidendach und die Lagerschuppen wurden 2005  im Rahmen einer Fördermaßnahme des Landes gebaut. Beide Gebäude werden vom Verein Klassische Yachten betrieben. Der Lagerschuppen wird als Werkstatt genutzt und beherbergt auch eine kleine Ausstellung über Yachtgeschichte.

Im Waschhaus befinden sich Toiletten und Duschen, die von den Mitgliedern und Gästen des Vereins, aber auch bei maritimen Veranstaltungen, genutzt werden können.

Restaurants & Kneipen

 

.Ein Hafen bietet in unmittelbarer Nähe immer Möglichkeiten für See- und Sehleute, etwas zu essen, oder auch zu trinken… Als vor 20 Jahren der Marinestützpunkt Mürwik noch existierte und Marineschiffe häufiger den Hafen anliefen, war die „Goldküste“ (so nannte man die Kneipen und Gaststätten an der Schiffbrücke Tag) und Nacht belebt. Nun ist es ruhiger geworden, aber es finden sich immer noch viele kleine Gaststätten rund um den Hafen, ganz traditionelle Lokalitäten aber auch neue, in den letzten Jahren hinzugekommene.

 

 

 

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN

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