BEEKE SELLMER


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Schiffsname BEEKE SELLMER
Ex-Namen
Nationalität D
Heimathafen MH Probstei-Wendtorf
Typ Kieler Wadenboot
Rigg Sprietsegel
Baujahr 2001
Bauwerft Museumswerft Schönberger Strand
Bauort Schönberger Strand
Länge (London) 9,00 m
Länge (Meßbrief) m
Länge über alles m
Breite 2,80 m
Tiefgang 0,70 m
Segelfläche 27 m²
Motor Segel
Leistung  
Museumshafen Probstei

Über das Schiff

org. Nachbau eines Wadenbootes-Kielboot 1999-2001 Initiative Museumshafen Laboe

Die Historie

BEEKE SELLMER wurde durch die Vereinigung zur Würdigung traditioneller Segelschiffahrt und Küstenkultur hergestellt, Mit Unterstützung der Gemeinde Schönberg, – die hierfür eine Werfthalle am Schönberger Strand baute – dem Arbeitsamt Kiel. dem Land Schleswig-Holstein und der Gemeinde Laboe wurde das Wadenboot in traditioneller Bauweise aufgeplankt. Dieser Nachbau lief in Jahr 2002 am Schönberger Strand vom Stapel und wurde im gleichen Jahr von einer internationalen Jury* ausgezeichnet.
*Ausgezeichnet durch Dänischer Schifferhaltungsverband Jürgen Josephen, Schiffshistorisches Archiv Museumshafen Flensburg Gerd Büker, Museum für Hamburgische Geschichte Jörgen Bracker und dem Vorsitzenden der norwegischen Kammer für historischen Bootsbau Vilhelm Dannevig.

Dieser Bootstyp wurde in den 1930er Jahren in Eckernförde aufgemessen und beschrieben von Christian Nielsen, Konservator und Kurator am Handels- og Søfartsmuseet in Kronborg. Zeichnung No. 49 in Danske Bådtyper S. 54

Fährfahrt auf der Kieler Förde 1857
Erstmals 1857 bot eine Frau eine regelmäßige Fährverbindung von Laboe nach Kiel an. Es war Beeke Sellmer, am 17. Dezember 1798 in Laboe geboren. Sie war damals 59 Jahre alt, als sie zweimal wöchentlich, mittwochs und sonnabends, von Laboe aus lossegelte. Für zwei Schillinge durften Passagiere mitfahren. War Flaute, mussten sie rudern. Ein Ölbild, vom Kieler Maler Reimers 1865 gemalt, zeigt das Wadenboot, beladen mit Gemüsekörben und Passagieren. Der Landweg zur Stadt Kiel war unwegsam und mühevoll. Kiel ließ sich schneller und in der damaligen Zeit auch bequemer über die Förde erreichen. Selbst die widrigen Laboeer Hafenverhältnisse, die ein Ausbooten von Fahrgästen durch das flache Strandwasser nur auf dem Rücken eines kräftigen Bootsführers gestatteten, waren annehmbar. Erst später wurde ein Anlegesteg geschaffen. Wenn es um harte körperliche Arbeit ging, waren Frauen schon immer gleichberechtigt, sei es in der Landwirtschaft, der Fischerei oder im Haushalt. Wollte z.B. jemand von Laboe nach Friedrichsort übergesetzt werden, so übernahmen das selbstverständlich die Laboeer Fischerfrauen. Übrigens als Beeke Sellmer ihre Fährfahrten damals anbot, da war sie schon dreimal verheiratet gewesen und hatte zehn Kinder zur Welt gebracht. Das reetgedeckte Haus, in dem sie lebte, ist noch heute erhalten. Es befindet sich am Dellenberg in Laboe. Beeke Sellmer starb am 28. November 1861. Und noch zu Lebzeiten übernahmen Bauer Christian Havemeister aus Laboe und sein Bootsknecht Jochen Dittmer, gleichfalls mit einem Segelboot, die Fährfahrten nach Kiel. Obwohl schon 1819 die ersten Dampfschiffe über die Kieler Förde Richtung Kopenhagen fuhren -die Herzogtümer Schleswig und Holstein gehörten damals noch zum dänischen Gesamtstaat- blieb die Segelbootsverbindung nach Kiel noch bis 1865 erhalten. Erst am 7. Mai 1865 startete der Kieler Bootsführer Friedrich Holm mit seinem Dampfer KIEL Ausflugsfahrten auf der Förde und dem Eiderkanal. Bald dampfte die KIEL zweimal täglich nach Laboe. Damit hatte die Segelbootsverbindung ausgedient.

Uwe Sturm in PIEKFALL No 78 S6 ff

Literatur:
Flüstertüte No ?? 2001
Chr. Nielsen, De danske Bådtyper

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