De Fire Brødre

GB

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Schiffsname De Fire Brødre
Ex-Namen
Nationalität D
Heimathafen Flensburg
Typ Danske Jagd Nachbau
Rigg
Baujahr 2009
Bauwerft Museumswerft
Bauort Flensburg
Länge (London) m
Länge (Meßbrief) 13,84 m
Länge über alles 13,84 m
Breite 4,13 m
Tiefgang 1,57 m
Segelfläche
Motor Segel
Leistung  
Museumshafen

Über das Schiff

Technische Daten des Vorbildes:
Werft: H.C. Friis – Marstal
Baujahr: 1794
Länge: 13,86 m
Breite: 4,13 m
Höhe: 2,41 m
Tiefgang: 1,57 m

Die Historie

Zusammen mit den dänischen Partnern wurde am 8. Mai 1999 nach dem Vorbild einer Dansk Jagt von 14 m Länge, die 1794 in Marstall vom Stapel lief, ein Neubau auf Kiel gelegt. Das Schiff soll nach seiner Fertigstellung 2009 als schwimmendes Museum dienen.

Am Sonntag den 2. August 2009 erfolgte der Stapellauf des Nachbaus einer Dansken Jagt von 1794 auf der Museumswerft Flensburg.
Es ist der Nachbau der Jagt De Fire Brødre von Marstal später unter dem Namen Anna af Vejle. Gebaut 1794 auf der Werft H.C. Friis – Marstal
Die Jagd wurde ca. 150 Jahre alt bevor sie 1944 nach einer Havarie abgewrackt werden mußte
Die Originalzeichnung von Konservator Chr. Nielsen liegt im Nationalmuseum in Kopenhagen, veröffentlicht und beschrieben in De danske Bådtyper

Der Schiffstyp der „Danske Jagd“ war seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert der typische kleine Küstenfrachtsegler in Nordeuropa er war so verbreitet und zahlreich, dass man sie scherzhaft die „Sperlinge des Meeres“ nannte.

Die Danske Jagd, Erfolgsgeschichte eines Schiffstyps

In den Förden, Sunden und Belten segelten sie zu Hunderten und waren aus dem Bild der Häfen und von den provisorischen Anlegestegen nicht mehr wegzudenken: Die Danske Jagd. Der Schiffstyp der Jagd kombinierte Konstruktionsprinzipien aus dem Klein- und Großschiffbau und wurde so im 18. und 19. Jahrhundert zum Erfolgsmodell der Küstenschifffahrt der südwestlichen Ostsee. Schnell verdrängte der kleine, seetüchtige und nicht zuletzt schnelle Frachtsegler die vordem gebräuchlichen Schiffstypen Skude und Krejert.

Die dänische Frachtjagd entwickelte sich aus der holländischen Jagd, die bereits im 17. Jahrhundert nach Dänemark kam. Ein Zentrum des Jagdbaus was die Gegend von Südfünen und die Insel Ærø. Kenner erkannten die markante Form der so genannten Marstaljagd schon aus großer Entfernung.

Bis ins 19. Jahrhundert sind Jagden „på klamp“ gebaut worden, also ohne Konstruktionszeichnung. „Klampen“ waren die Klötze, auf die der Kiel gelegt wurde. Dann ging es los: Mit Augenmaß, Können und Erfahrung. Konstruktionszeichnungen setzten sich erst nach 1830 langsam durch.

Die Bauform der Jagd war so gelungen, dass der Rumpf für eine größere Tragfähigkeit problemlos verlängert werden konnte. Aus dieser Grundform entstanden später die Jagdgaleassen und als deren Weiterentwicklung die Jagdschoner.

Erst im Zuge der Industrialisierung und dem Bau von Eisenbahnen und motorgetriebenen, tragfähigen Eisenrümpfen wurden Jagden unrentabel. Schlagartig verschwanden sie von der Bildfläche und damit ein Stück regionaler Wirtschaft-, Kultur- und Sozialgeschichte. Mit dem Nachbau der legendären Marstaljagd DE FIRE BRØDRE, kann man heute im Flensburger Historischen Hafen noch einmal den Glanz dieser eleganten Schiffe erleben.

Literatur: Chr. Nielsen, De danske Bådtyper, Kronborg 1973
PIEKFALL 80/2003