Feuerland

Eigner

Schiffsname Feuerland
Ex-Namen
Nationalität D
Heimathafen Büsum
Typ Expeditionsschiff
Rigg
Baujahr 1927
Bauwerft Krämer, Vagt u. Beckmann
Bauort Büsum
Länge (London) 16,20 m
Länge (Meßbrief) m
Länge über alles m
Breite 4,88 m
Tiefgang 1,90 m
Segelfläche 100 m²
Motor Segel
Leistung  PS
Museumshafen Büsum

Über das Schiff

Anerkennung als Kulturdenkmal des Landes Schleswig Holstein (eingetragen am 29.04.2007 in Denkmalbuch des Landes Schleswig Holstein in Band D, Blatt 49)

Die Historie

1927-1929 FEUERLAND, Büsum
1929- PENELOPE Falklandinseln, Schaftransport
1946 PENELOPE Falklandinseln, Falkland Island Dependency Survey neue Maschine
1967 PENELOPE Falklandinseln, Falklan Island Company, Schaf u. Wolltranport
1989 PENELOPE Westpoin Island, Michael Clarke Serviceschiff für OrnithologieCamps
2006 FEUERLAND, Büsum, Bernd Buchner

Geschichte der FEUERLAND

Die Feuerland wurde 1927 auf der Werft Krämer, Vagt und Beckmann in Büsum bei Hamburg gebaut. Auftraggeber war der ehemalige Marine-Offizier und Flieger Gunther Plüschow. Das Schiff wurde nach den Plänen eines hochseetauglichen Fischkutters gefertigt. Da Plüschow allerdings von seinen früheren Reisen die Wetterbedingungen seines zukünftigen Fahrtgebietes kannte, verwendete man für Spanten und Beplankung nur bestes Eichenholz. Jedes Teil ist überdimensioniert. Auf diese Weise wurde eine vielfache Sicherheit „eingebaut“. Enge Spantenabstände (alle 55 cm) und eine 8 cm starke Beplankung am Wasserpass sprechen für sich. Zusätzlich sorgen eine Innenverkleidung und kräftige Stringer für zusätzliche Festigkeit. So gerüstet konnte Plüschow den Stürmen und dem treibenden Gletschereis in den Fjorden Feuerlands begegnen.

Im November 1927 startete Gunther Plüschow zu seiner legendären Feuerland-Expedition an die Südspitze Lateinamerikas. Mit Zwischenstopps in England und Portugal ging es auf die Kanarischen Inseln. Von dort weiter über die Kap Verden. Dann segelte die Feuerland über den Atlantik nach Brasilien. Dort machte Plüschow in verschiedenen Hafenstädten halt und besuchte deutsche Auswanderer in Bahia, Rio de Janeiro und in der deutschen Aussiedler-Kolonie Blumenau.

Von Brasilien fuhr er weiter in die Magellan-Strasse nach Punta Arenas. Dort bekam Plüschow ein kleines Heinkel-Wasserflugzeug mit Schwimmern geliefert, das zuvor mit dem Dampfer Planet der Reederei Laeisz verschifft worden war. Nachdem die einzelnen Bauteile des Flugzeugs in einer kleinen Werft am Rande von Punta Arenas zusammengesetzt waren, flog er zusammen mit seinem Fliegerkameraden und Kameramann Ernst Dreblow als erster Mensch über die Darwin-Kordilliere (einem südlichen Ausläufer der Anden) nach Ushuaia. Auf diesem Flug brachte er auch die erste Luftpost in die südlichste Stadt der Welt. Die bei den Flügen entstandenen Aufnahmen, waren die ersten ihrer Art, und dienten als Grundlage für eine genauere Erforschung dieses bis dahin unbekannten Gebietes. Die Feuerland diente dabei als Basis-Schiff, das es dem Flieger ermöglichte nach einer Landung längsseits zu gehen und das Flugzeug zu betanken. Ohne diese seeseitige Unterstützung wäre ein solches Unternehmen nicht durchzuführen gewesen. Als Tender, Reparaturwerkstatt, Treibstofftransporter und schwimmende „Schutzhütte“ gegen die eisigen Stürme in den Fjorden Feuerlands trug die „Holzpantine“, wie Plüschow sie liebevoll nannte, dazu bei, die Expedition zum Erfolg zu führen.

Anfang 1929 musste Plüschow aus Geldmangel die Expedition beenden. Er verkaufte das Schiff an einen englischen Schafzüchter, der Besitzungen in Argentinien, Chile und auf den Falklandinseln hatte. Nur so konnte er den Treibstoff für die letzten Flüge, die Einlagerung des Flugzeuges und die Rückreise nach Deutschland bezahlen.

Plüschows Steuermann, Paul Christiansen und der Maschinist Seppl Schmidt blieben an Bord und fuhren die in Penelope umbenannte Ketsch noch bis in die späten 30er Jahre für die Familie Hamilton. Dabei machte sie mehrere Fahrten zwischen dem chilenischen Festland und den Falklandinseln. Die letzte Fahrt an das südamerikanische Festland fand im Juni 1938 statt.

Nach einem Maschinenschaden lag das Schiff auf und wurde auf einen Strand gesetzt. Erst im Jahr 1946 kaufte die Regierung der Falklandinseln die Penelope und rüstete sie mit einer neuen Maschine aus. Der Falkland Island Dependency Survey (FIDS; Vorgänger-Organisation des heutigen Polarforschungsinstitutes „British Antarctic Survey“) charterte die ehemalige Feuerland, um sie für die Versorgung der subantarktischen Forschungsstationen auf Süd-Georgien und den Süd-Shetland-Inseln einzusetzen. Allerdings kamen diese Pläne nie zur Ausführung. Zweifellos aber hätte das Schiff aufgrund seiner Bauweise diesen schwierigen Dienst versehen können.

Da die Falkland-Inseln in dieser Zeit kein Straßennetz besaßen, setzte die Regierung das Schiff von nun an zur Versorgung der Farmen auf den einzelnen Inseln des Archipels ein. Als das erste Funk-Kommunikationsnetz auf den Falkland-Inseln errichtet wurde, war es die Penelope, die Funkmasten und Ausrüstung zu den einzelnen Inseln brachte. Später schaffte sie Baumaterial für ein Schlacht- und Kühlhaus nach Fox Bay. Auf diese Weise leistete das Schiff einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Infrastruktur auf den Falkland-Inseln.

Nach einem erneuten Besitzerwechsel kaufte 1968 schließlich die Falkland Island Company (FIC; Falkland Handelskompanie) das Schiff. Dieses setzte die Penelope hauptsächlich für Schaf- und Wolltransporte zwischen den einzelnen Inseln und deren Hauptstadt Stanley ein. Als Ende der 60er Jahre die Überreste der Great Britain in Sparrow Cove vor Stanley geborgen wurden um als Museumsschiff in Bristol restauriert zu werden, leistete die Penelope viele wertvolle Hilfsdienste bei den Bergungsarbeiten. Nach einer umfassenden Überholung im Jahre 1976 wurden das alte Deckhaus und die Niedergänge an Deck durch größere, funktionellere Aufbauten ersetzt.

Als 1982 das argentinische Militär die Falklandinseln besetzte, wurde eine Gruppe Schulkinder aus Stanley evakuiert und mit dem Schiff über den Falklandsound gesetzt. Von dort gelangten die Schüler zu ihren Familien auf der westlichen Insel, die von Kampfhandlungen weitestgehend verschont blieb. Kurz darauf requirierte die argentinische Marine das Schiff. Mit einem neuen schwarzen Tarnanstrich diente die Penelope nun als Verbindungsschiff für Truppen- und Treibstofftransporte um Fox Bay. Bei einem dieser Einsätze kam das Schiff unter Artilleriebeschuss einer britischen Fregatte, ein anderes Mal wurde sie aus der Luft von einem britischen Harrier-Jet unter Beschuss genommen. Glücklicherweise wurde keiner der argentinischen Marineangehörigen bei diesen Angriffen schwer verletzt.

Nach Ende des Falkland-Konfliktes wurde die Penelope an die FIC zurückgegeben, für die sie noch bis 1989 ihren Dienst versah.

Die Familie Furgerson übernahm das Schiff und nutzte es in einer ähnlichen Weise wie die FIC für Viehtransporte. Erst mit dem Erwerb des Schiffes durch Michael Clarke, dem letzten Eigner der Penelope auf den Falklandinseln, durfte die „alte Dame“ einen weniger „anstrengenden“ Dienst versehen. Stationiert auf Westpoint Island brachte die Ketsch von nun an Ornithologen und Wissenschaftler auf die westlich vorgelagerten Inseln, die mit ihren einzigartigen Vogelkolonien eines der artenreichsten Tierparadiese dieser Erde ist.

Quelle: Bernd Buchner

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