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Schiffsname FORTUNA
Ex-Namen ex STELLA
Nationalität D
Heimathafen Hamburg
Typ
Rigg
Baujahr 1909
Bauwerft C. van Dongen,
Bauort Zaandam
Länge (London) 30,50 m
Länge (Meßbrief) m
Länge über alles 39,50 m
Breite 6,20 m
Tiefgang 1,77 m
Segelfläche 299,5/425 m²
Motor Segel
Leistung  PS
Museumshafen

Über das Schiff

Die Historie

FORTUNA ist ein Plattbodenschiff vom Typ Maatkast.
Es wurde komplett aus Stahlplatten genietet. Der Frachtsegler erhielt nur einen, aber dafür sehr langen Großmast. Daran angeschlagen waren das Großsegel als Gaffelsegel und 2 Vorsegel. Maatkast bedeutet übersetzt in etwa „Maßkiste“ bzw. „Kiste auf Maß“. Dies sind Schiffe die auf bestimmte Schleusenmaße gebaut wurden, in welche sie dann wirklich bis auf den letzten Dezimeter reinpassten.
Auf den meisten dieser Frachtsegler wohnten und arbeiteten der Eigner mit Frau und Kindern. Im Heck des Schiffs war der Wohnbereich entsprechend ausgebaut, während der übrige Schiffsraum für Fracht genutzt wurde. Alle Familienmitglieder zusammen waren gleichzeitig auch die Mannschaft des Schiffs.

1909 auf der Werft C. van Dongen in Zaandam, Niederlande erbaut und zunächst als Frachtsegler mit einem Mast getakelt
1937 nach Warsingfehn in Deutschland verkauft und Ausrüstung mit einem Schiffsmotor,
1964 wurde das Schiff für die Norwegen-Getreidefahrt umgerüstet (jetziges verstärktes Lukensüll, Rahmenspanten, Bodenerneuerung, zusätzliche Bodenwrangen, verstärkte Kimmplatten, verstärkte Decksstringer, Mittelschnellläufermaschine Hentschel, neuer Grundtakel usw. und so fort).
Hierbei verschwanden die schönen rechteckigen Schiffsfenster im hinteren Wohnraum und wurden durch Bulleyes ersetzt.
Aus der Getreidefahrt wurde aus familiären Gründen der Eignerfamilie Jansen nichts und Fortuna landete beruflich zuletzt in der Inselversorgung Norddeich-Juist (Liegeplatz an Liegeplatz mit der jetzt ebenfalls als Tradi unter Holländischer Flagge eingesetzten Albert Johannes, welche damals Norderney versorgte)

1980 Eignerwechsel und Rettung vor der Abwrackung durch B. Bunk aus Juist,
bis 1984 Umbau zu einem Reisesegler und Takelung als Ketsch
1985 kam FORTUNA erstmalig als als Gruppen- und Seminarschiff in Einsatz,
1985-86 Fahrtgebiet deutsche und niederländische Nordseeküste mit Ijsselmeer, ab 1987 in der westlichen und südlichen Ostsee und der süddänischen Inselwelt bis Südschweden und Polen
1992 Heimathafen Hamburg, Übernahme durch den Verein Mignon – Segelschiffahrt, Hamburg . Der Verein fördert integrative und therapeutische Behandlung und Ausbildung vornehmlich behinderter Jugendlicher
segelt von Mai bis September im Gebiet der Ostsee, dänische Inseln, Südschweden bis Polen
häufige Teilnahme an Seglerveranstaltungen, wie der Hanse Sail Rostock

Literatur:
PIEKFALL 100/2009 S. 76 ff, S. 78 Monika Kludas: „Die Hundertjährigen von 1909“: „Anfangs auf den Fries’schen Meeren …, dann als Küstenversorger in Ostfriesland im Einsatz, steht die Galeass seit 1985 überwiegend Kindern und Jugendlichen zur Verfügung“

PIEKFALL 105/2011 S. 4 ff, S. 8 f, Ch.Pappritz/ Karl-Heinz Knigge:”Der Küstensegler FORTUNA Dokumentation einer Schiffsgeschichte” Schiffsgeschichte, Datenblatt mit Rissen, Fotos. „Es ist geplant, das Schiff wieder in den Zustand für eingeschänkte Küstenfahrt zu versetzen..“ Im Datenblatt Rigg bezeichnet als „Gaffelketsch“, Schifftyp als „Maatkast, als Baujahr 1909 . Im Foto identisch mit FORTUNA Galeass.

PIEKFALL 106/2012 S. 6 f, H.Ostermann: “FORTUNA – Anmerkungen zur Dokumentation einer Schiffsgeschichte“. Allgemein zu Maatkasten; zum Umbau der FORTUNA seit den 80er Jahren mit Hinweis auf das Galeass-Rigg: „…Hingegen war die ursprüngliche Takalung der FORTUNA einmastig mit einem oder zwei Vorsegeln

mehr unter www.mignon-segelschiffahrt.de/Fortuna

Heimathäfen:
ab 80er Jahre Norddeich
Leer,
Emden (Oldenburg)